System dem Betrieb angepasst - Neue Speisenlogistik für das LKH in Steyr


Vor dem Umzug der Küche in das neue Ver- und Entsorgungsgebäude des LKH Steyr zur Mitte des Jahres hat Küchenleiterin Adelheid Hackl die Speisenlogistik auf neue Beine gestellt.

Das Beispiel Landeskrankenhaus Steyr zeigt den eher seltenen Fall, bei dem das System der neuen Speisenlogistik den Vorgaben des Betriebes angepasst wurde und nicht umgekehrt. Küchenleiterin Adelheid Hackl stellt die Entscheidungsfindung für die neue Lösung auf eine möglichst breite Basis und bezog sämtliche Stellen mit ein: Krankenhauserhalter (gespag), KH-Leitung, KH-Administration, Küchenplaner(Büro Stria), Logistik-Spezialist(Rist-Socamel) und natürlich das eigene Küchenteam.

„Mir waren drei Themen besonders wichtig, die zur letztendlich realisierten Lösung geführt haben. Erstens: Den Patienten wird mittags Frischkost serviert. Zweitens: s Transportsystem muss so ausgelegt sein, dass die Patienten in einem gewohnten Rhythmus ihre Speisen verzehren können. Und Drittens: Das System ist flexible genug, damit unsere Mitarbeiter in Produktion und Verteilung akzeptable Arbeitszeiten vorfinden“, umreißt Hackl das Anforderungsprofil.

Im Falle von Steyr, das aufgrund einer Pavillion-Struktur ausgedehnte Versorgungswege zur Folge hat, verabschiedet man sich von dem System mit Induktionswägen. Hackls Erklärung dafür: „Zumal unsere Systeme über keine Kühlmöglichkeit verfügt, würde das aus hygienischer sicht ein Problem werden. Außerdem sind die Tablettwägen durch die Technik im Generator nicht tauglich für eine Wagenwaschanlage.“

In dem Gesundheitsbetrieb wurde Ende letzten Jahres die Logistik auf Tablettwägen des französischen Hersteller Socamel (in Österreich durch Spezialist Rist vertrieben) umgerüstet. Die Generation Ergoserv Doubleflow verfügt über die Möglichkeit gleichzeitig zu heizen und zu kühlen. Als wesentlichste Umstellung mussten auf den insgesamt 25 Stationen des Krankenhauses eigene Andockstationen für die Tablettwägen eingerichtet werden. Hierzu wurde so gründlich geplant, das die Wägen nicht (wie meistens üblich) auf den Gängen und Korridoren stehen, sondern eigene Abstellräume dafür adaptiert werden konnten.

Im Zusammenspiel mit dem Systemgeschirr von Seltmann kommen auch spezielle Tabletts zum Einsatz, die keinen Mittelsteg mehr aufweisen, sondern auf flach sind. Das erlaubt dem Patienten, Teller und Tassen beliebig zurechtrücken zu können.

Für den Produktionsablauf in Steyr heißt das konkret: Jede Mahlzeit die der Patient bekommt, wird am gleichen Tag zubereitet .Beide Menüs, Mittags- und Abendessen, werden täglich zwischen 7.00 und 9.30 Uhr frisch zubereitet. Die Mittagskost wird im Anschluss sofort frisch tablettiert und auf die Stationen transportiert.

Dort angekommen, werden die Speisen ca. 20 Minuten regeneriert. In jeder Phase werden die Temperaturvorgaben (75°C) problemlos eingehalten. Das Abendmahl parallel gekocht- wird im Großgebinde schockgekühlt und im Anschluss an die Mittagsportionierung kalt tablettiert.

Anhand der Technik werden die Gerichte in den Wägen kühl gehalten und bei Bedarf regeneriert. Das erlaubt den Stationen, das Essen individuell zu servieren. Im praktischen Alltag sind die Kühl- und Regenerationszeiten der Ergoservwägen fix programmiert, damit für das Pflegepersonal keine zusätzliche Arbeit anfällt. Die Möglichkeit der Kühlung spielt ihre Vorteile insbesondere beim Abendessen aus.

Nach dem Abendservice bleibt der Tablettwagen auf der Station und allfällig Reste bleiben - wie hygienisch vorgeschrieben - gekühlt. Auf den meisten Stationen gibt es ein Frühstücksbuffet, das in Gastronorm-Behälter transportiert wird. Auf dem Rückweg wird der Wagen vom Vortag mit in die Spülküche genommen. So kommt der gesamte Spitalsbetrieb mit 47 Tablettwägen aus. Letztendlich bedeutet das neue System auch eine kleine Einsparung. Sobald das Abendessen auf der Station ist, kann die Küchencrew das Tagwerk beenden.

Die Voraussetzung für den nächsten Quantensprung sind nun optimal erfüllt: die Übersiedelung der Küche in das zentrale Ver - und Entsorgungszentrum, das momentan auf der grünen Wiese entsteht.